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Parkinson-Krankheit Pflege2018-05-24T19:12:52+00:00

Die Krankheit Parkinson betrifft die Nerven und ist unheilbar. Vor allem ältere Menschen sind betroffen, bei der Betreuung sind besondere Herausforderungen zu meistern.

Parkinson ist auch durch prominente Betroffene bekannt geworden, zum Beispiel Muhammad Ali oder Papst Johannes Paul II. Meistens tritt die Erkrankung des Nervensystems bei Menschen ab 50 Jahren auf und stellt besondere Anforderungen an die Patienten und die betreuenden Angehörigen oder das Pflegepersonal.

Die Krankheit ist nach wie vor nicht heilbar, auch wenn in der medizinischen Forschung Fortschritte zu vermelden sind. Allerdings können Medikamente und Therapien sehr gut eingesetzt werden, um den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen und den Patienten so lange wie möglich ein selbstständiges Leben zu ermöglichen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt sind aber fast alle Erkrankten auf externe Hilfe angewiesen und können ihren Alltag nicht mehr alleine meistern.

 
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Morbus Parkinson ist eine der häufigsten Krankheiten des Nervensystems, in Deutschland sind ca. 220.000 Menschen davon betroffen. Die häufig schubweise auftretenden Symptome sind individuell unterschiedlich, eine auf den jeweiligen Einzelfall zugeschnittene Betreuung ist deswegen besonders wichtig.

Nachfolgend geben wir einen Überblick über die Krankheit, die Symptome sowie über Pflegemaßnahmen, die den Alltag erleichtern sollen.

Parkinson – Details zur Krankheit

Der medizinische Fachbegriff der Krankheit lautet „Parkinson-Syndrom“, es sind verschiedene Erscheinungsformen möglich. Die häufigste, oftmals schubweise voranschreitende Variante, ist Morbus Parkinson. Vor allem Menschen ab 50 Jahren sind hier betroffen. Dopamin produzierende Zellen sterben ab, ein wichtiger Botenstoff des Nervensystems fehlt also. Dopamin sorgt als Neurotransmitter dafür, dass die Signale zwischen den Nervenzellen verarbeitet und weitergeleitet werden. Auch die Steuerung der körperlichen und geistigen Bewegungen läuft über Dopamin. Ist Morbus Parkinson fortgeschritten, weisen die Patienten eine bis zu 90 Prozent geringere Dopamin-Konzentration im Gehirn auf als gesunde Menschen.

Fehlt dieses Dopamin durch die Parkinson-Erkrankung, kommt es zu Auswirkungen nicht nur auf die Bewegungssteuerung. Körperbewegung, Feinmotorik, psychischer Antrieb, Konzentrationsfähigkeit, Mut, Wohlbefinden und Lebensfreude sind oftmals betroffen. Weniger Dopamin bedeutet im Umkehrschluss auch, dass das eher dämpfende Serotonin im Vordergrund steht, sodass bei den Patienten oftmals auch Antriebslosigkeit oder depressive Verstimmungen zu beobachten sind.

Typische Symptome, die vielen Menschen bekannt sind und die im Laufe der Krankheit noch zunehmen, sind Zittern, Kopfwackeln, starkes Schwitzen, aber auch Ungeschicklichkeit, Probleme mit dem Gedächtnis und ein gehemmter Gang. Im Volksmund wird Parkinson deswegen auch Schüttellähmung genannt.

Der Grund für den Ausbruch der Krankheit bzw. das Absterben der Nervenzellen ist noch nicht erforscht. Vermutet wird ein Zusammenhang mit den Pestiziden, die beim Anbau von Obst und Gemüse verwendet werden – dieser ist allerdings noch nicht bewiesen.

Parkinson: Symptome und Auswirkungen auf die Pflege

Bei Parkinson handelt es sich meistens um eine schleichende Krankheit, die langsam, aber stetig voranschreitet, da die Nervenzellen erst peu à peu absterben. Wie bei vielen Krankheiten ist es gut, diese früh zu erkennen, um die Behandlungschancen zu steigern. Oft werden dopaminverstärkende Medikamente eingesetzt, um das Ausbreiten der Krankheit zu verlangsamen.

Die häufigsten Auswirkungen von Parkinson sind beim Bewegungsapparat zu beobachten. Neben dem Zittern und den bereits genannten Einschränkungen kommen nach und nach weitere Symptome hinzu. Oftmals entsteht dadurch Pflegebedarf. Dabei kann es sich zum Beispiel handeln um:

  • Auftreten einer Demenzerkrankung aufgrund nicht mehr funktionierender Synapsen der Gehirnzellen,
  • Depressionen,
  • Schlafstörungen,
  • eingeschränkter Geruchssinn,
  • sogenanntes „Salbengesicht“ aufgrund einer Überproduktion der Talgdrüsen.

Die Personen, die sich um die Pflege kümmern, sollten sich mit der Krankheit umfassend auskennen und sich detailliert mit dem Einzelfall beschäftigen. Symptome, Verlauf und Intensität sind unterschiedlich und können auch schwanken, sodass individuell auf die jeweilige Situation und eventuelle starke Krankheitsschübe eingegangen werden muss.

Parkinson-Erkrankung und Pflegebedürftigkeit

Wie schon angedeutet, kommt es bei vielen Parkinson-Patienten zu teilweise starken Schwankungen, was den körperlichen oder geistigen Zustand angeht. Dies macht die Pflegesituation ungleich schwerer als es bei altersbedingter Pflegebedürftigkeit der Fall ist. Tritt ein Krankheitsschub auf, ist viel Unterstützung nötig, fühlen sich die Patienten weitgehend wohl, können sie teilweise ihr Leben auch selbstständig bewältigen.

Die Stärke der Symptome hat vor allem Auswirkungen auf die motorischen Fähigkeiten, etwa beim Laufen, der Körperpflege oder der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Viele tägliche Aufgaben können Parkinson-Patienten noch recht lange eigenständig erledigen, hier ist aber die Geduld der Patienten und der pflegenden Angehörigen oder des Pflegepersonals gefragt – es sollte nicht mehr geholfen werden, als es wirklich nötig ist. Eine solche aktivierende Pflege braucht nicht nur Zeit, sondern mitunter auch gute Nerven. Viele Patienten leiden unter einem verminderten Selbstbewusstsein, das nicht dadurch weiter geschwächt werden sollte, dass den Erkrankten alles abgenommen wird. Viel Alltägliches kann unter Anleitung selbst durchgeführt oder wieder erlernt werden, zum Beispiel die Körperpflege.

Patienten, die an Parkinson erkrankt sind, sind nicht weniger intelligent als gesunde Menschen, auch wenn das Gehirn durch die Krankheit angegriffen wird. Das Gedächtnis funktioniert weiterhin mit Ausnahme einer möglichen Demenz. Nur die Weiterleitung der Signale zwischen den Nervenzellen ist am einen Tag besser als am anderen.

Wichtig ist, dass der Wohnraum an die konkreten Bedürfnisse der Patienten angepasst ist. So können Pflegebedürftige sich auch ohne fremde Hilfe in ihrem Zuhause bewegen, wenn es der allgemeine Zustand zulässt. Haltegriffe, Duschhocker, ein Boden ohne Stufen oder Teppiche können helfen, den Alltag zu erleichtern und das Leben in den eigenen vier Wänden noch lange möglich zu machen.

Zwar erkranken besonders häufig ältere Menschen, aber auch im Kindesalter kann eine seltene, erbliche Form der Parkinson-Krankheit auftreten. Muskelzittern lässt sich dann auch bei Kindern oder Jugendlichen beobachten, nur die Ursachen divergieren. Der Fokus liegt hier ebenfalls auf der Erhaltung der Selbstständigkeit und dem Unterstützen von eigenen Handlungen und Aktivitäten.

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