Antrag auf Pflegegeld

Mit einem anerkannten Pflegegrad erhalten Pflegebedürftige ein monatliches Pflegegeld, um pflegende Angehörige zu entlasten. Das Pflegegeld muss bei der Pflegeversicherung beantragt werden.

Wer pflegebedürftig wird und in die Pflegeversicherung eingezahlt hat, besitzt nach dem deutschen Gesetz Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung. Ein monatliches Pflegegeld oder sogenannte Pflegesachleistungen helfen pflegebedürftigen Versicherungsnehmern, Ihren Alltag und die Menschen, die ihnen unterstützend zur Seite stehen, zu entlasten.

Viele Pflegebedürftige wünschen sich, trotz ihres hohen Alters oder einer Erkrankung, weiterhin zu Hause wohnen zu können und einen weitgehend normalen Alltag zu führen. Tritt aber ein Pflegefall ein, ist die häusliche Pflege nur mit einem hohen Zeitaufwand und einem hohen Einsatz der pflegenden Angehörigen zu bewerkstelligen. Eine der wichtigsten Leistungen der Pflegeversicherung ist deshalb das sogenannte Pflegegeld, das unter bestimmten Voraussetzungen monatlich an den pflegebedürftigen Versicherungsnehmer ausgezahlt wird. Um die finanzielle Unterstützung der Pflegekasse zu erhalten, muss zunächst ein Antrag auf Pflegegeld gestellt werden.

Welche Voraussetzungen müssen für einen Antrag auf Pflegegeld erfüllt sein?

Wenn in der Familie oder im engen Freundeskreis ein Pflegefall eintritt, entscheiden sich viele Menschen, ihren Angehörigen oder Freund zu pflegen, um ihm den Umzug in ein Pflegeheim zu ersparen. Die sogenannte häusliche oder ambulante Pflege ermöglicht einer pflegebedürftigen Person, weiterhin zu Hause, bei Verwandten oder in einer Pflege-WG zu leben, wo sie zwar zu bestimmten Zeiten Pflege und Betreuung erfährt, darüber hinaus aber ihren Alltag selbst gestalten kann. Mehr als zwei Drittel der über 2,6 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden in einem solchen häuslichen Umfeld ambulant gepflegt. Unterstützt wird diese Art der Pflege durch den Gesetzgeber: Im elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) ist festgelegt, was Pflegebedürftigkeit bedeutet und welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um ein monatliches Pflegegeld zu erhalten.

Bevor Sie einen Antrag auf Pflegegeld bei Ihrer Pflegeversicherung stellen, sollten Sie daher zunächst feststellen, ob die zwei Grundvoraussetzungen für das Pflegegeld bereits erfüllt sind. Zum einen muss die pflegebedürftige Person, die das Pflegegeld beantragt, einen sogenannten Pflegegrad besitzen, zum anderen muss eine Situation der ambulanten Pflege gegeben sein, in der der Pflegebedürftige zu Hause oder in einem häuslichen Umfeld betreut wird, und zwar von einer Person, die die Pflege nicht berufstätig ausübt. Liegt also beispielsweise noch keine Bewilligung über einen Pflegegrad vor, müssen Sie zunächst einen Pflegegrad für Ihren pflegebedürftigen Angehörigen beantragen.

Wie hoch ist das monatliche Pflegegeld?

Wer einen Antrag auf Pflegegeld bei der Pflegeversicherung stellt, sollte wissen, dass der Pflegegrad 1 deutlich weniger Leistungen enthält als die Pflegegrade 2 bis 5. Ein monatliches Pflegegeld wird erst ab dem zweiten Pflegegrad ausgezahlt; der Pflegebedarf im Pflegegrad 1 dagegen wird als so gering erachtet, dass keine monatlichen Zuschüsse vorgesehen sind, außer die tägliche Pflege wird durch einen professionellen Pflegedienst erbracht.

Im Pflegegrad 2 bis 5 erhalten anerkannt Pflegebedürftige eine direkte monatliche Auszahlung. Die finanzielle Unterstützung wird an den Pflegebedürftigen selbst ausgezahlt. Er kann dann entscheiden, wie er den Betrag einsetzen möchte und beispielsweise einen pflegenden Angehörigen für seine Zeit und seinen Aufwand entschädigen. Für die einzelnen Pflegegrade ist ein monatliches Pflegegeld in folgender Höhe vorgesehen:

So stellen Sie einen Antrag auf Pflegegeld

Um einen Antrag auf Pflegegeld zu stellen, müssen Sie einige Formalien beachten. Halten Sie sich nämlich nicht an die Vorgaben der Pflegeversicherung, kann es sein, dass Ihrem Antrag nicht stattgegeben wird. Die wichtigste Voraussetzung für einen ordnungsgemäßen Antrag auf Pflegegeld ist, dass nicht der pflegende Angehörige, sondern der pflegebedürftige Versicherungsnehmer selbst das Pflegegeld beantragen muss. Ist er dazu aus körperlichen oder mentalen Gründen nicht in der Lage, darf ein gesetzlich bevollmächtigter Vertreter den Antrag in seinem Namen stellen.
Wie schon der Antrag auf einen Pflegegrad, so ist auch der Antrag auf das Pflegegeld an die Pflegeversicherung des pflegebedürftigen Versicherungsnehmers zu richten. Da die Pflegekasse in der Regel an die Krankenkasse angeschlossen ist, kann das Schreiben auch an die Krankenkasse geschickt werden, wo es dann an die zuständige Abteilung weitergeleitet wird. Um die Pflegekasse darüber zu informieren, dass die Leistung des Pflegegelds entsprechend dem anerkannten Pflegegrad in Anspruch genommen werden soll, genügt zunächst ein formloser Brief; tatsächlich kann der Antrag auf Pflegegeld sogar telefonisch bei der Pflegeversicherung gestellt werden. Im Anschluss schickt die Pflegekasse dem Versicherungsnehmer in der Regel ein Formular zu, das er oder ein bevollmächtigter Angehöriger ausfüllen und zurückschicken muss.

Da das Pflegegeld, ähnlich wie die Bewilligung eines Pflegegrads, nicht rückwirkend erfolgen kann, sollten Sie den Antrag auf Pflegegeld so schnell wie möglich bei der Pflegeversicherung einreichen, nachdem Sie die Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen festgestellt haben. In der Regel geht dem Antrag auf Pflegegeld die Beantragung eines Pflegegrads voraus, so dass Sie direkt im Anschluss an die Bewilligung Ihren Antrag auf Pflegegeld stellen können. Häufig erhalten Sie auch direkt mit der Bewilligung des Pflegegrads ein Schreiben der Pflegeversicherung, das sie über die weiteren Schritte informiert.

Wie geht es nach der Bewilligung des Pflegegelds weiter?

Sobald die Pflegeversicherung Ihrem Antrag auf Pflegegeld stattgibt, haben Sie bzw. Ihr pflegebedürftiger Angehöriger monatlichen Anspruch auf die Auszahlung der Geldleistungen, die seine, anerkannten Pflegegrad entsprechen. Neben der Auszahlung des gesamten Betrags gibt es jedoch auch weitere Möglichkeiten, die Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch zu nehmen.

Haben sie, zum Beispiel aus beruflichen Gründen, nicht die Zeit, sich täglich mehrmals um die Pflege Ihres Angehörigen zu kümmern, können Sie das Pflegegeld im Rahmen der sogenannten Kombinationsleistungen auch mit der Unterstützung durch einen professionellen Pflegedienst kombinieren. Zu festgelegten Zeiten kommt dann ein Mitarbeiter eines Pflegedienstes zu Ihnen nach Hause und unterstützt den Pflegebedürftigen bei alltäglichen Verrichtungen. In diesem Fall rechnet der Pflegedienst die Kosten für die sogenannten Pflegesachleistungen direkt mit der Pflegeversicherung ab. Wird nicht die gesamte Summe, die für Pflegesachleistungen vorgesehen ist, und die deutlich höher liegen kann als das reine Pflegegeld, in Anspruch genommen, können Sie darüber hinaus ein anteiliges Pflegegeld erhalten, das dann einem pflegenden Angehörigen zugutekommen kann.

Die Art der Leistung, die der pflegebedürftige Versicherungsnehmer von der Pflegeversicherung erhält, kann nach der Bewilligung zwar selbst gewählt werden, wird aber auf mindestens sechs Monate festgelegt. Konkret bedeutet das, dass Sie nicht willkürlich zwischen verschiedenen Leistungsmodellen wechseln können. Erst nach einem halben Jahr können Sie dann beantragen, in ein anderes Leistungsmodell überführt zu werden. Um Ihnen und Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen den Alltag so einfach wie möglich zu machen, sollten Sie deshalb schon im Vorfeld genau überlegen, welches Leistungsmodell – Pflegegeld, Pflegesachleistungen oder Kombinationsleistungen – für Ihren individuellen Fall die beste Lösung ist.