Die Hauswirtschaftliche Versorgung als Teil der Pflege

Menschen, die der Pflege durch Angehörige oder einen Pflegedienst bedürfen, benötigen häufig auch im Haushalt Überstützung. Die hauswirtschaftliche Versorgung ergänzt in diesem Fall die Grundpflege.

Im eigenen Haushalt ist immer etwas zu tun: Regelmäßig muss eingekauft, das Geschirr gespült, der Müll rausgebracht oder die Wohnung gereinigt werden. Solange man körperlich und geistig noch fit ist, ist das kein Problem und wird als Teil der alltäglichen Routine erledigt. Wer aber aufgrund einer Erkrankung, eines Unfalls oder einer Behinderung auf Pflege und Betreuung angewiesen ist, hat in der Regel Schwierigkeiten, den Haushalt eigenständig in Ordnung zu halten. Aus diesem Grund ist es positiv zu werten, dass die hauswirtschaftliche Versorgung unter die Pflegeleistungen der Kranken- und Pflegekassen fällt.

Allerdings gehört die hauswirtschaftliche Versorgung nicht zur Grundversorgung eines Versicherungsnehmers mit einem Pflegegrad oder einer häuslichen Krankenpflege. Sie ist vielmehr als Ergänzung zu sehen, für die nur ein geringer Anteil der finanziellen Zuschüsse verwendet werden kann.

Welche Verrichtungen fallen unter den Begriff „Hauswirtschaftliche Versorgung“?

Die sogenannte hauswirtschaftliche Versorgung umfasst sämtliche Handlungen, die im Haushalt einer pflegebedürftigen oder kranken Person erledigt werden müssen und zu denen diese nicht eigenständig in der Lage ist. Vorrangig sind dies das Einkaufen von Lebensmitteln und Alltagsgegenständen, das Kochen und Zubereiten von kalten und warmen Mahlzeiten, die Reinigung der Wohnung, Geschirrspülen sowie das Wechseln und Waschen von Kleidung und Textilien, beispielsweise dem Bettzeug, oder das Beheizen der Wohnräume.

Die hauswirtschaftliche Versorgung kann von Angehörigen, Freunden oder Bekannten oder von einem professionellen Pflegedienst übernommen werden. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, jemanden als Alltagsbegleiter zu engagieren, der neben den hauswirtschaftlichen Besorgungen auch für Gespräche und Spaziergänge zur Verfügung steht, aus der Zeitung oder einem Buch vorliest oder den Pflegebedürftigen bei Ausflügen oder Treffen mit Gleichgesinnten begleitet und betreut.

Was fällt nicht unter die hauswirtschaftliche Versorgung?

Nicht unter den Begriff der hauswirtschaftlichen Versorgung fallen alle Verrichtungen, die die Pflege oder die medizinische Versorgung einer pflegebedürftigen Person betreffen. Dazu zählen medizinische Aspekte wie etwa die Wunderversorgung, der Verbandswechsel oder das regelmäßige Lagern bettlägeriger Pflegebedürftiger.

Auch die sogenannte Grundpflege, die die Unterstützung der pflegebedürftigen Person bei alltäglichen Verrichtungen, die sie selbst betreffen, beschreibt, hat keinen direkten Bezug zur hauswirtschaftlichen Versorgung. Zur Grundpflege gehören…

  • die Körperpflege, also u. a. das Waschen, das Begleiten beim Toilettengangs sowie das An- und Ausziehen,
  • die Ernährung, jedoch ohne das Zubereiten der Mahlzeiten, sowie
  • die Mobilität, also die Unterstützung der pflegebedürftigen Person bei der Fortbewegung inner- und außerhalb der Wohnung.

Muss die hauswirtschaftliche Versorgung bei der Pflegekasse beantragt werden?

Obwohl die hauswirtschaftliche Versorgung einer pflegebedürftigen Person nicht unter die Grundpflege fällt, muss sie nicht mit einem zusätzlichen Antrag bei der Pflegeversicherung eingefordert und bewilligt werden. Der zuständige staatliche Leistungsträger ist wie auch für die Grundpflege die Pflegeversicherung. Als Teil der Pflegeleistungen ist die hauswirtschaftliche Versorgung gesetzlich im elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) geregelt, wo auch die Bedingungen der Grundpflege nachgelesen werden können.

Bis Ende 2016 war der Zeitaufwand, der im täglichen Durchschnitt für die hauswirtschaftliche Versorgung durch einen Angehörigen oder im Rahmen der Pflegesachleistungen durch einen Pflegedienst erbracht werden muss, ausschlaggebend für die Pflegestufe. Da seit Anfang 2017 aber nicht mehr die täglichen Pflegeminuten gezählt werden, ist diese Regelung hinfällig geworden. Trotzdem bildet die hauswirtschaftliche Versorgung auch im Neuen Begutachtungsassessment, das seit 2017 zur Bewilligung von Pflegegraden eingesetzt wird, einen relevanten Aspekt des zu erwartenden Pflege- und Betreuungsaufwands.

Hat eine pflegebedürftige Person nach der Bewilligung durch die Pflegekasse einen anerkannten Pflegegrad, kann sie mit den finanziellen Leistungen auch die hauswirtschaftliche Versorgung abdecken. Dies geschieht entweder im Rahmen des Pflegegelds, wenn ein Angehöriger die Pflege sicherstellt, oder durch einen ambulanten Pflegedienst, der die hauswirtschaftliche Versorgung dann mit den sogenannten Pflegesachleistungen abrechnet.