­
Pflege und Pflegestufe bzw. Pflegegrad bei Bluthochdruck2018-05-24T19:16:14+00:00

Bluthochdruck erzeugt durch die verwendeten Medikamente vielfältige Nebenwirkungen. Unverständnis für die Therapie kann eine Folge sein, die bei Angehörigen und Pflegepersonal Geduld erfordert.

Der Fachbegriff für Bluthochdruck lautet Hypertonie – eine Krankheit, die sich durch dauerhaft erhöhten Blutdruck äußert. Menschen jeden Alters können davon betroffen sein, ob jung oder alt. In der Behandlung kommen einerseits Medikamente zum Einsatz, andererseits hilft auch eine umfassende Veränderung des Lebensstils, den Bluthochdruck dauerhaft zu senken. Die Medikamenteneinnahme bringt allerdings häufig auch Nebenwirkungen mit sich, die für die Patienten nicht leicht zu handhaben sind.

Bluthochdruck und Pflegebedürftigkeit fallen vor allem im Alter zusammen, aber auch jüngere Menschen können davon betroffen sein. Aspekte, die bei der Pflege eine wichtige Rolle spielen, sind vor allem: Ernährungsumstellung, Reduktion von Gewicht sowie ein gesünderer, aktiverer Lebensstil. Die Einnahme von Medikamenten bringt aufgrund ihrer negativen Begleiterscheinungen oftmals das Problem mit sich, dass die Patienten die Einnahme nicht verstehen, hier sind besonderes Fingerspitzengefühl und der kritische Blick auf die korrekte Dosis gefragt.

Grundsätzliches zu Bluthochdruck bzw. Hypertonie

Bluthochdruck bzw. im Fachbegriff Hypertonie ist eine der verbreitetsten und gefährlichsten Krankheiten weltweit. Allein in Deutschland leiden ca. 20 bis 30 Millionen an dieser Beeinträchtigung des Herz-Kreislauf-Systems, das ist fast jeder dritte Bürger.

Grundsätzlich wird zwischen primärer und sekundärer Hypertonie unterschieden. Als primäre Hypertonie werden die erblich bedingten Fälle bezeichnet, bei der sekundären Hypertonie spielen Faktoren eine Rolle, auf die die Betroffenen direkten Einfluss haben, zum Beispiel Übergewicht oder mangelnde Bewegung. Es fällt auf, dass zunehmend auch jüngere Menschen betroffen sind.

Bluthochdruck ist nicht nur verbreitet, er ist auch gefährlich. Da es sich um einen schleichenden Verlauf handelt, ist vielen Betroffenen nicht bekannt, dass sie an Hypertonie leiden. Je länger aber der Blutdruck unerkannt und unbehandelt bleibt, desto höher ist das Risiko bleibender Schäden an anderen Organen – zum Beispiel: Herz, Gehirn, Nieren oder Augen. Auch Herzrhythmus- oder Nierenschwäche und Erblindung können auftreten, das Risiko für einen Herzinfarkt wird erhöht, ebenso sind lebensbedrohliche Folgen möglich. Bluthochdruck ist einer der entscheidenden Faktoren bei Todesfällen aufgrund einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems. Damit ist klar: Hypertonie ist zwar eine Volkskrankheit, aber darf nicht verharmlost werden.

Ärzte ergreifen verschiedene Maßnahmen, um den Blutdruck zu senken, Folgeerkrankungen zu vermeiden und die Lebenserwartung sowie –qualität deutlich zu verbessern. Auch Medikamente kommen regelmäßig zum Einsatz, können aber mit zum Teil starken Nebenwirkungen verbunden sein, da sie nicht nur auf den Blutdruck wirken, sondern auch Folgen für den gesamten Körper haben können. Andere Organe, der Kreislauf oder das Immunsystem leiden dann darunter.

Bluthochdruck und Pflegebedürftigkeit

Fällt die Hypertonie nicht mit anderen Krankheiten zusammen und ist der Patient in einem guten Allgemeinzustand, entsteht für gewöhnlich kein Pflegebedarf. Da aber vor allem ältere Personen unter der Krankheit leiden und diese oftmals ihren Alltag aus den verschiedensten Gründen nicht mehr selbstständig bewältigen können, fallen Bluthochdruck und Pflegebedürftigkeit vielmals zusammen. Die Pflege kann zu Hause von Familienangehörigen oder einem ambulanten Pflegedienst oder im Pflegeheim von professionellem Pflegepersonal durchgeführt werden. So sind umfassende Versorgung sowie korrekte Medikamenteneinnahme gesichert.

Vor allem die Prüfung der Medikamenteneinnahme ist ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung der Hypertonie. Da oft Nebenwirkungen auftreten, verstehen einige Patienten nicht, wieso die Medikamente verschrieben werden. Zudem sollte zu regelmäßiger Bewegung, einer gesunderen Ernährung und einem passenden Lebensstil motiviert werden. Weitere Pflegemaßnahmen sind in aller Regel nicht nötig, da die Krankheit bis zu einem gewissen Punkt ohne Symptome verläuft.

Körperpflege, Mobilität und Nahrungsaufnahme bei Bluthochdruck

Im Bereich der Pflegebedürftigkeit gibt es die sogenannte Grundpflege, die Körperpflege, Ernährung und Mobilität betrifft. Diese Aspekte spielen allerdings bei Bluthochdruck kaum eine Rolle; wird Hilfe, Unterstützung und Pflege benötigt, geht das meist auf andere Erkrankungen oder einen altersbedingten schlechten Allgemeinzustand zurück.

Wie bei vielen Erkrankungen wird auch in diesen Fällen die aktivierende Pflege angestrebt. Das heißt, dass das Pflegepersonal oder die pflegenden Angehörigen die Patienten dazu anleiten, soweit wie möglich selbstständig zu leben. Hilfe und Unterstützung sollen selbstverständlich angeboten, aber nicht alle Aufgaben abgenommen werden.

Was kann der Betroffene bei Bluthochdruck tun?

Der Pflegebedürftige muss als individuelle Persönlichkeit mit seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen wahrgenommen werden. Hier ist das Pflegepersonal gefordert, die Betroffenen ernst zu nehmen; auch wenn eine Hypertonie meist keine konkreten Symptome aufweist, so ist sie doch eine gefährliche Krankheit. Vielfach wird von „Altershypertonie“ gesprochen, was negativ konnotiert ist und aus psychologischer Sicht ein Problem darstellen kann.

Aufklärung ist das A und O bei Bluthochdruck. Pflegebedürftige Menschen sollten umfassend informiert und nicht bevormundet werden, Kooperation ist ein wichtiger Punkt im Verhältnis zwischen Patienten und Pflegern. Risiko, Folgeerkrankungen und Therapiemaßnahmen sollten den Betroffenen bekannt sein, um informiert über die eigene Lebensführung entscheiden zu können. Die pflegenden Familienangehörigen und das Fachpersonal sollten die Rolle einer unterstützenden Anlaufstelle einnehmen.

Bluthochdruck und Pflegestufe bzw. Pflegegrad

Wer in Deutschland sein Leben nicht mehr in Eigenregie führen kann, aufgrund einer physischen, psychischen oder kognitiven Erkrankung, kann einen Antrag auf einen Pflegegrad stellen. Diese Pflegegrad, der seit 2017 die bisherigen Pflegestufen ersetzt, führt dazu, dass Anspruch auf verschiedene Leistungen, Pflegegeld, Pflegesachleistungen, finanzielle Unterstützung für Tages- und Nachtpflege oder Verhinderungspflege, besteht.

Der Grad der Selbstständigkeit bzw. der Hilfebedarf entscheiden darüber, ob und wenn ja, welcher Pflegegrad vergeben wird. Ein unabhängiger Pflegegutachter wird damit beauftragt, die Situation richtig einzuschätzen. Kommen zur Hypertonie noch weitere Krankheiten oder ein schlechter Allgemeinzustand hinzu, kann auch bei Bluthochdruck ein Pflegegrad vergeben werden.

 
Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen
 

Kontakt

Sichern Sie sich kostenlos und unverbindlich 30 Minuten Beratung durch einen Experten:

Rufen Sie uns an

0211 – 97 17 77 26

Oder schreiben Sie