Pflege beantragen

Schnell & einfach Ihre Ansprüche geltend machen

Pflege beantragen können Sie dann, wenn Sie selbst oder Angehörige aufgrund körperlicher oder seelischer Einschränkungen bei der Bewältigung des Tagesablaufs Hilfe benötigen. Dieser Anspruch ist im elften Buch des deutschen Sozialgesetzbuches (SGB XI) mit Wirkung vom 01. Januar 1995 begründet worden. Seither hat es verschiedene gesetzliche Ergänzungen und Anpassungen gegeben, die zu beachten sind, wenn Sie Pflege beantragen möchten. Dazu zählen die folgenden Vorschriften:

  • Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz mit Wirkung vom 01. Januar 2002
  • Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz mit Wirkung vom 30. Oktober 2012
  • Pflegestärkungs-Gesetz I mit Wirkung vom 01. Januar 2015
  • Pflegestärkungs-Gesetz II mit Wirkung vom 01. Januar 2017

Insbesondere zum 01. Januar 2017 haben sich gravierende Änderungen für alle, die Pflege beantragen, ergeben. Wenn Sie nach diesem Termin Pflege beantragen, erfolgt die Bestimmung der Pflegebedürftigkeit innerhalb von fünf Pflegegraden anstelle der vorhergehenden drei Pflegestufen. Außerdem hat sich das Begutachtungsverfahren geändert.

Leistungen erfolgen auf Antrag – so können Sie Pflege beantragen

Grundsätzlich muss jeder, der Pflege beantragen möchte, einen Antrag stellen. Kann die hilfsbedürftige Person nicht mehr selbst Pflege beantragen, lässt sich eine andere Person, etwa ein bevollmächtigter Angehöriger oder ein Betreuer, damit beauftragen. Es ist wichtig, den Antrag rechtzeitig zu stellen, da Leistungen bei einem Erstantrag nicht rückwirkend gewährt werden. Wollen Sie Pflege beantragen, stellen Sie den Antrag bei der gesetzlichen Krankenversicherung oder, falls Sie freiwillig versichert sind, bei der Privatkrankenkasse. Pflege beantragen können Sie formlos mit einem Telefonat oder einfachen Brief, sicherer ist es jedoch, Sie fordern zunächst ein dafür vorgesehenes Formular beim Krankenversicherungsträger an. Entscheidend ist die Schriftform, per Telefonanruf können Sie zwar ein Formular anfordern, der schriftliche Antrag sollte aber bei der Krankenkasse eingehen, wenn Sie rechtswirksam Pflege beantragen wollen.

Möglichst frühzeitig Pflege beantragen – die Fünf-Wochen-Frist für den Leistungsträger

Der Versicherungsträger muss innerhalb von fünf Wochen nach Antragseingang schriftlich über den Antrag entscheiden, wenn Sie Pflege beantragen. Tut er das nicht und trägt er dafür die Verantwortung, hat die pflegebedürftige Person Anspruch auf einen pauschalen Wochenleistungssatz, der pro angefangene Woche gewährt wird. Diese Leistungsverpflichtung wurde für 2017 ausgesetzt, um die Umstellungsphase für die Versicherung zu erleichtern. Ab dem 01. Januar 2018 liegt der Satz bis zu einer Änderung bei 70 Euro pro angefangene Woche. Auch hierin ist ein Grund zu sehen, dass Sie möglichst zügig nach Eintreten der Pflegebedürftigkeit schriftlich die Leistungen der Pflege beantragen sollten.

Der Gutachtertermin – am Wohnort der pflegebedürftigen Person Pflege beantragen

Wenn Sie Pflege beantragen, findet ein Gutachtertermin durch einen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), in der Regel im Lebensbereich der pflegebedürftigen Person, statt. Der Gutachter stellt nach Aktenlage und unter Berücksichtigung der tatsächlichen Verhältnisse fest, ob Sie hilfsbedürftig sind, wenn Sie Pflege beantragen. Außerdem bestimmt er, falls Sie Pflege beantragen, den Pflegegrad, der dem Pflegebedürftigen zuerkannt wird. Dies wird dem Antragsteller in einem Bescheid mitgeteilt, nachdem Sie Pflege beantragen. Diesem muss auch das Gutachten beigefügt sein, sodass Sie es einsehen können. Der Gutachter gibt gegebenenfalls weitere Hinweise, wie die Hilfestellung am besten gestaltet werden sollte und welche Maßnahmen er für geeignet hält, wenn Sie Pflege beantragen.

Sie müssen erstmalig Pflege beantragen? – das bringt die Gesetzeslage ab dem 01.01.2017

Anstelle der früheren drei Pflegestufen werden für alle, die ab 2017 Pflege beantragen, fünf Pflegegrade unterschieden. Falls Sie ab 2017 Pflege beantragen, gilt diese Einteilung für Sie. Wenn Sie Ihren Antrag noch vorher gestellt haben oder bereits früher eingestuft wurden, profitieren Sie von einem Bestandsschutz, sodass Sie keinesfalls schlechter gestellt werden, als vor der neuen Regelung. Falls Sie in 2017 oder später Pflege beantragen, finden die neuen Regelungen bei Ihrem Antrag Anwendung.

Bei der Beurteilung Ihrer Pflegebedürftigkeit werden sechs Arten von Fähigkeiten überprüft, wenn Sie Pflege beantragen:

  • Motorische Fähigkeiten mit 10%.

Wenn Sie Pflege beantragen wird festgestellt inwieweit die pflegebedürftige Person in der Lage ist, sich selbstständig fortzubewegen, zu sitzen oder zu liegen.

  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten oder
  • Verhaltensweise und psychische Problemlagen mit 15%

Diese beiden Kriterien werden gesondert überprüft, wenn Sie Pflege beantragen. Berücksichtigt wird dann jeweils die Kategorie, bei der die stärkeren Einschränkungen vorliegen. Bei den kognitiven Fähigkeiten wird festgestellt, ob die Person sich in Raum und Zeit orientieren kann, für die Sie Pflege beantragen. Außerdem prüft der Gutachter, wenn Sie Pflege beantragen, die Gedächtnisfunktion und stellt fest, inwieweit die Person in der Lage ist, ihre Intelligenz und Willenskraft folgerichtig in Handlungen umzusetzen. Ebenso wird die Kommunikationsfähigkeit festgestellt, wenn Sie Pflege beantragen. Die Prüfung der Verhaltensweisen und psychischen Problemlagen betrifft psychische Fehlfunktionen und besondere Auffälligkeiten im Verhalten, die vom Gutachter vermerkt werden, falls Sie Pflege beantragen.

  • Selbstversorgung 40%

Hier wird geprüft, inwiefern die Versorgung und Organisation der körperlichen Grundbedürfnisse und Notwendigkeiten vom Betroffenen gewährleistet werden kann, wenn Sie Pflege beantragen.

  • Bewältigung krankheitsbedingter Anforderungen 20%

Wenn Sie Pflege beantragen, geht es bei diesem Kriterium darum, medizinische Erfordernisse, wie Medikamenteneinnahme, Arztbesuche und die Durchführung verordneter Therapiemaßnahmen, sicherzustellen.

  • Gestaltung des Alltagslebens 15%

Zu diesem Kriterium wird festgestellt, ob die Person, für die Sie Pflege beantragen, eine Alltagsstruktur einhalten und soziale Kontakte pflegen kann.

Aus der Summe der Defizite, die nach einem Punktesystem bewertet werden, ergibt sich der Pflegegrad für den Antragsteller, wenn Sie Maßnahmen zur Pflege beantragen.