Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Wird ein Pflegebedürftiger mit anerkanntem Pflegegrad zuhause von Angehörigen gepflegt, besteht Anspruch auf sogenannte Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, die von der Pflegeversicherung subventioniert werden.

In der Pflege von pflegebedürftigen Angehörigen wird mehr benötigt als nur die Zeit, die die Pflegeperson für die Pflege und Betreuung von Partner, Eltern oder Großeltern einsetzt. Abhängig davon, ob der Pflegebedürftige körperlich oder geistig beeinträchtigt ist und wie es um seinen allgemeinen Gesundheitszustand sowie seine Mobilität bestellt ist, kommen sowohl technische Hilfsmittel zum Einsatz als auch Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch gedacht sind.

Weil diese Pflegehilfsmittel, unter die z. B. Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel oder auch ein besonderes Pflegebett fallen, sowohl der pflegebedürftigen Person als auch dem pflegenden Angehörigen die Verrichtung alltäglicher Vorgänge erleichtern, werden sie von der Pflegeversicherung subventioniert. Jeder anerkannt pflegebedürftige Versicherungsnehmer hat einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch und kann dafür im Monat bis zu 40 Euro geltend machen.

Welche Voraussetzungen müssen für den Anspruch auf Pflegehilfsmittel erfüllt sein?

Es gibt verschiedene Hilfsmittel für Senioren und pflegebedürftige Menschen, die im Elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) vermerkt sind und deren Anschaffung von der Pflegeversicherung finanziell unterstützt wird. Während einige dieser Hilfsmittel, z. B. ein Rollator als Gehhilfe oder ein Rollstuhl, einzeln bei der Pflegeversicherung beantragt und beispielsweise durch ein ärztliches Rezept bewilligt werden müssen, nehmen die sogenannten Pflegehilfsmittel zum Verbrauch eine Sonderrolle ein: Sie müssen nicht immer wieder neu beantragt werden. Anstelle eines Rezeptes genügt es, die Belege sowie einen Antrag auf Kostenerstattung bei der Pflegeversicherung einzureichen.

Um die Kosten für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch erstattet zu bekommen, müssen pflegebedürftige Versicherungsnehmer drei Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen zunächst einen anerkannten Pflegegrad vorweisen können, der von der Pflegeversicherung ermittelt worden ist. Weiterhin müssen sie von Angehörigen, Freunden oder Bekannten gepflegt werden; das kann auch in Kombination mit der Betreuung durch einen Pflegedienst geschehen. Pflegehilfsmittel werden bis zu einem Betrag von monatlich 40 Euro bezuschusst, wenn die pflegebedürftige Person zu Hause, in einer Pflege-WG oder einer Einrichtung für Betreutes Wohnen lebt.

Welche Hilfsmittel fallen unter die gesetzliche Bestimmung?

Wie die Kostenübernahme von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch, so sind auch die Hilfsmittel, die von dieser Regelung betroffen sind, gesetzlich verzeichnet. Die Kranken- und Pflegekasse führen ein sogenanntes Hilfsmittelverzeichnis, in dem sämtliche Produkte aufgelistet sind, die unter die Leistungen fallen, zu denen die Pflegeversicherung gesetzlich verpflichtet ist. Die Kosten für die Produkte und Hilfsmittel, die dort vermerkt sind, übernimmt die Pflegeversicherung, bzw. stellt die jeweiligen Hilfsmittel leihweise zur Verfügung, beispielsweise Krücken, einen Rollator oder einen Rollstuhl.

Die zum Verbrauch vorgesehenen Hilfsmittel stehen im sogenannten Pflegehilfsmittelkatalog, der verschiedene Gruppen von Pflegehilfsmitteln in Kategorien wie Mobilität oder Hygiene umfasst. Diese teilen sich folgendermaßen auf:

  • Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege (Produktgruppe (PG) 50)
  • Pflegehilfsmittel für die Körperpflege und Hygiene (PG 51)
  • Pflegehilfsmittel für die Mobilität/selbstständigere Lebensführung (PG 52)
  • Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden (PG 53)
  • Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind (PG 54)

In die Kategorie der Pflegehilfsmittel zum Verbrauch fallen in erster Linie die Produktgruppen 51 und 54. Es handelt sich dabei um Hygienehilfsmittel und Verbrauchsgüter. Basierend auf dem Material bzw. aus hygienischen Gründen werden sie nur ein Mal verwendet und gelten deshalb als Verbrauchsmaterial. Darunter fallen z. B. Bettschutzauflagen, die Körperflüssigkeit aufnehmen und für ein trockenes Liegegefühl sorgen, Schutzbekleidung und Schürzen für die Pflegeperson, Einmalhandschuhe, Mundschutz und Fingerlinge sowie Desinfektionsspray für die Hände oder für Flächen.
Werden mehr Pflegehilfsmittel zum Verbrauch benötigt, als von den 40 Euro, die die Pflegeversicherung erstattet, abgedeckt werden können, müssen die darüber hinausgehenden Kosten aus eigenen Mitteln bezahlt werden. Einige Dienstleister, die Pflegehilfsmittel vertreiben, rechnen die Kosten direkt mit der Pflegekasse ab, so dass pflegende Angehörige sich gar nicht um die Kostenerstattung und deren Beantragung kümmern müssen. Zudem können sie eine sogenannte Hilfsmittelbox bestellen, die Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro enthält und jeden Monat kostenfrei direkt nach Hause geliefert wird – die Kosten übernimmt die Pflegeversicherung.