Kurzzeitpflege

Nicht immer können pflegende Angehörige für einen Pflegebedürftigen da sein. Die Kurzzeitpflege ermöglicht die fachgerechte Betreuung, wenn eine Pflegeperson aufgrund von Krankheit oder Urlaub verhindert ist.

Viele Pflegebedürftige werden im eigenen Zuhause bzw. in einem häuslichen Umfeld von Angehörigen gepflegt. Diese sind oft rund um die Uhr im Einsatz und erbringen eine hohe Leistung, denn die Pflege eines kranken oder alten Menschen kann sowohl körperliche als auch psychische Auswirkungen haben. Um pflegende Angehörige kurzzeitig zu entlasten, hat der Gesetzgeber unter anderem die sogenannte Kurzzeitpflege ins Lebens gerufen.

Die Kurzzeitpflege ist ebenso wie die allgemeinen Pflegeleistungen in der Sozialgesetzgebung verankert und stellt für pflegende Angehörige eine Möglichkeit dar, sich für einen kurzen Zeitraum aus der Pflege und Betreuung zurückzuziehen. Schließlich treten immer wieder Fälle auf, in denen sie die häusliche Pflege nicht gewährleisten können – beispielsweise durch einen Urlaub, eine Erkrankung oder eine Geschäftsreise. Viele pflegende Angehörige leisten neben der Pflege weiterhin ihren Job und müssen oftmals Beruf, Familie und Pflege miteinander vereinbaren.
Was genau versteht man unter dem Begriff Kurzzeitpflege?

Auch wenn ein pflegender Angehöriger verhindert ist, muss die Betreuung und Pflege eines Pflegebedürftigen natürlich weiterhin erfolgen. Mit der Kurzzeitpflege können Versicherungsnehmer, die eigentlich in einem häuslichen Umfeld betreut werden, für kurze Zeit in einer vollstationären Pflegeeinrichtung untergebracht werden. Die Voraussetzung dafür ist jedoch ein anerkannter Pflegegrad.

Die Gründe, warum für einen kurzen Zeitraum eine vollstationäre Betreuung im Pflegeheim erfolgen kann, sind vielfältig. Wichtig ist für die Pflegeversicherung aber nicht das Warum, sondern nur, dass eine Pflege im häuslichen Umfeld nicht gewährleistet werden kann. Die einzelnen Zeiträume, in denen die Kurzzeitpflege erfolgt, können sich in ihrer Länge unterscheiden. Insgesamt kann sie für maximal acht Kalenderwochen pro Jahr in Anspruch genommen werden. Das entspricht 56 Tagen.

Was muss ich über die Kurzzeitpflege wissen?

Grundsätzlich ist die Kurzzeitpflege dafür vorgesehen, einen pflegenden Angehörigen zu entlasten. Die Gründe, warum diese Entlastung stattfindet, sind unerheblich und haben keinen Einfluss auf die Bewilligung der Kurzzeitpflege durch die Pflegeversicherung. Einige Punkte aber sind zu beachten, denn mit der Einführung des zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG 2) sind einige Änderungen in Kraft getreten.

Die Kosten für die Kurzzeitpflege, die von der Pflegeversicherung übernommen werden, sind begrenzt. So wurde einerseits eine zeitliche Begrenzung auf maximal 8 Wochen pro Jahr festgelegt, andererseits aber auch ein Maximalbetrag. So können jährlich bis zu 1.612 Euro für die Kurzzeitpflege geltend gemacht werden. Ist entweder der zeitliche oder der finanzielle Rahmen ausgeschöpft, endet der Anspruch auf Kurzzeitpflege für das laufende Kalenderjahr.

Während der Kurzzeitpflege wird das Pflegegeld zu 50% weiterbezahlt, jedoch nicht in vollem Umfang. Darüber hinaus kann die Kurzzeitpflege mit der Verhinderungspflege kombiniert werden, die ebenfalls zur Entlastung pflegender Angehöriger eingerichtet wurde. Werden also für das Kalenderjahr die Ansprüche auf Verhinderungspflege nicht vollständig ausgeschöpft, kann die Kurzzeitpflege entsprechend verlängert werden.

Wer hat Anspruch auf Kurzzeitpflege und wann sollte sie beantragt werden?

Um die Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen zu können, muss der Pflegebedürftige einen anerkannten Pflegegrad der Stufe 2 bis 5 besitzen. Versicherungsnehmer mit Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch. Sie können eine Kurzzeitpflege aber durch Mittel aus dem sogenannten Entlastungsbetrag, der monatlich 125 Euro beträgt, finanzieren.
Ein Antrag auf Kurzzeitpflege kann und sollte in unterschiedlichen Situationen gestellt werden. So haben beispielsweise Pflegebedürftige Anspruch auf Kurzzeitpflege, wenn sie nach einem Krankenhausaufenthalt für einige Tage mehr Pflege als üblich benötigen und diese im häuslichen Umfeld nicht gewährleistet werden kann – hierfür ist nicht einmal zwingend ein Pflegegrad notwendig.

Die Kurzzeitpflege kann aber auch vom pflegenden Angehörigen ausgehen. Ein Urlaub oder eine Reha bieten ihm eine Auszeit von der Pflege, die eine sowohl körperliche als auch psychische Belastung darstellen kann. Sie kann außerdem als eine Überbrückung genutzt werden, während der Pflegebedürftige auf einen Pflegeheimplatz wartet oder die Wohnung alten- oder behindertengerecht umgebaut wird.