Gewalt in der Pflege

Gewalt ist in der Pflege leider keine Seltenheit – sie kann sowohl von Pflegebedürftigen als auch von pflegenden Angehörigen oder Pflegekräften ausgehen. Das kompetente Team von Dr. Weigl & Partner beantwortet all Ihre Fragen rund um die Pflege.

Unser Team berät Sie gern kostenlos und unverbindlich zum Thema Gewalt in der Pflege oder auch bei allen anderen Fragen der Pflege

Gewalt gegen Frauen und Gewalt in der Familie sind Themen, die in der Gesellschaft diskutiert werden und eine breite Aufmerksamkeit erhalten. Anders sieht es jedoch in der Pflege aus – hier erfahren sowohl Gepflegte als auch Pflegende häufig gewaltsame Handlungen, die jedoch in vielen Fällen niemals den Weg in die Öffentlichkeit finden. Zum einen sind ältere oder schwache Menschen oft nicht in der Lage, sich gegenüber einer offiziellen Stelle zu äußern, zum anderen ist auch die Pflegesituation selbst nicht öffentlich. Sie findet hinter verschlossenen Türen statt und eröffnet Menschen auf beiden Seiten der Pflegesituation die Möglichkeit, ungesehen persönliche und moralische Grenzen zu überschreiten.

Welche Formen von Gewalt in der Pflege gibt es? Wie wird Gewalt in diesem Kontext definiert? Wie lässt sich Gewalt in der Pflege überhaupt erkennen? Und was kann man dagegen tun, wenn man selbst Opfer von Gewalt wird oder diese beobachtet? Dr. Weigl & Partner informiert Sie rund um das Thema Gewalt in der Pflege. Und auch wenn Sie weitere Fragen haben – beispielsweise zu Ihrem Pflegegrad Antrag oder der Wahl des passenden Pflegeheims – sind wir Ihr erfahrener Ansprechpartner.

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Was ist Gewalt in der Pflege?

Gewalt kann viele verschiedene Ausdrucksformen und Facetten annehmen und ist nicht immer leicht oder eindeutig zu erfassen. Jeder Mensch hat ein individuelles Verständnis von Gewalt und persönliche Grenzen, an welchen Punkt Gewalt anfängt.

Deshalb hat Gewalt in der Pflege viel mit den persönlichen Grenzen von pflegebedürftigen und pflegenden Personen zu tun: Wo diese Grenzen bewusst überschritten werden, spricht man von Gewalt. Dabei muss die Gewaltanwendung keineswegs auf körperliche Gewalt beschränkt werden – auch auf psychischer, finanzieller oder struktureller Ebene lässt sich Gewalt anwenden, die von außen nicht immer ersichtlich ist. Auch das Unterlassen bestimmter Hilfeleistungen schließt der Begriff der Gewalt in der Pflege ein.

Als Gewalt werden nach einer allgemein anerkannten Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) neben körperlichen Gewaltanwendungen anderer auch Selbstverletzungen und Handlungen verstanden, die psychische Schäden, Deprivation oder Fehlentwicklungen zur Folge haben können. Auch die Androhung von Gewalt wird bereits als gewaltsame Handlung betrachtet.

In der Pflege erfährt Gewalt nur wenig Beachtung. Ältere und insbesondere pflegebedürftige Menschen sind oftmals gar nicht mehr in der physischen Lage, eine Gewaltanwendung bei der Polizei oder in einem Krankenhaus anzuzeigen. Leidet die pflegebedürftige Person zudem unter Demenz oder einer anderen Form einer degenerativen Erkrankung des Gehirns, verstärkt sich die Problematik. Weil die Pflege in der Regel hinter verschlossenen Türen stattfindet und pflegebedürftige Menschen abhängig von den Personen sind, die sie pflegen, werden sie besonders häufig Opfer von Gewalt. Viele Betroffene schweigen auch aus Scham oder falsch verstandenem Schuldgefühl.

Eine Übersicht der Pflegeleistungen

In welchen Formen tritt Gewalt in der Pflege auf?

Die Anwendung oder Androhung von Gewalt kann in der Pflege unterschiedliche Formen annehmen. Dabei muss nicht immer die pflegebedürftige Person das Opfer der Gewalt sein. Auch Pflegende werden von ihren Schützlingen angegriffen, sei es verbal durch Beschimpfungen oder körperlich durch aggressives oder gewalttätiges Verhalten. Folgende Erscheinungsformen von Gewalt können in der Pflege, ausgehend von beiden Seiten, beobachtet werden:

  • Körperliche Gewalt: Schlagen, Schütteln, Spucken, Kratzen, Fixieren der zu pflegenden Person, z. B. mit Gurten, Entzug von technischen Hilfsmitteln zur Fortbewegung
  • sexueller Missbrauch: nicht erwünschte intime Handlungen, Missachtung der Privat- und Intimsphäre, sexuelle Anspielungen
  • Missbrauch von Medikamenten: Gabe von nicht verordneten Medikamenten, v a. um den Pflegebedürftigen ruhigzustellen
  • emotionale Gewalt/psychische Manipulation: Demütigung, Androhung von Gewalt, verbales aggressives Verhalten, Schreien, Schimpfen, Ignorieren der Wünsche/des Willens der anderen Person, Beleidigung, Manipulation
  • finanzielle Ausbeutung: Entwendung von Geld oder Wertgegenständen, unbefugtes Verfügen über das private Vermögen des Pflegebedürftigen, Nötigung zu Geldgeschenken
  • Vernachlässigung: Unterlassen der medizinischen Versorgung, unzureichende Hygiene, Nahrungs- und Flüssigkeitsentzug, mangelnde Pflege und Hilfe im Alltag
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Gewalt gegen die pflegebedürftige Person

Gewalt ist in der Pflege nicht an eine bestimmte Pflegesituation gebunden. Aus Sicht der pflegebedürftigen Person kann es in unterschiedlichen Situationen zu Gewaltanwendungen oder verbalen Grenzüberschreitungen kommen. Davon sind sowohl Pflegebedürftige betroffen, die von den eigenen Angehörigen oder Bekannten gepflegt werden als auch solche, die einen professionellen Pflegedienst mit der Pflege und Unterstützung im Alltag beauftragt haben.

Die Ursachen sind oft unterschwellig und können beispielsweise auf die Überforderung der Pflegeperson oder den hohen Zeitdruck in der Pflege zurückgehen. In der Regel hat Gewalt eine Vorgeschichte, die möglicherweise schon längere Zeit vorhanden war und in einer bestimmten Situation, häufig bei übermäßiger Belastung oder psychischer Überforderung, zum Ausdruck kommt.

Geht die Gewalt von der pflegenden Person aus, liegen die Auslöser häufig im Umgang mit dem Verhalten der zu pflegenden Person – oftmals verlangt die Pflege nach verschiedenen Handlungen, die zur gleichen Zeit ausgeführt werden müssen, in deren Folge es häufig zu einer Überlastung der pflegenden Person kommt. Schwierig ist auch insbesondere die Pflege von dementen Pflegebedürftigen, die aufgrund der kognitiven Degenerierung ihrer Gehirnfunktionen ein nur schwer beeinflussbares und schwer zu ertragendes Verhalten an den Tag legen können.

Gewalt gegen die pflegende Person

Auch pflegebedürftige Patienten werden mitunter gewalttätig gegenüber ihren pflegenden Angehörigen oder einer professionellen Pflegekraft. In diesen Fällen können die Ursachen für die gewalttätigen Handlungen ebenfalls vielseitig sein und beispielsweise auf eine Erkrankung oder demente Entwicklung des Gehirns zurückgehen. Weitere Ursachen für Gewalt gegen Pflegepersonen können Nebenwirkungen von Tabletten und Medikamenten sowie innerfamiliäre Konflikte oder ein mangelndes Vertrauensverhältnis zwischen Pflegenden und den pflegebedürftigen Personen sein.

Viele Pflegebedürftige empfinden Scham und Frust über ihre Situation, die sie schwach und abhängig macht. Oftmals lehnen sie deshalb rigoros die Hilfe und Unterstützung sowohl professioneller Pflegekräfte als auch der Angehörigen ab. Häufige Handlungen, mit denen Pflegebedürftige sich gewalttätig gegenüber ihrer pflegenden Person zeigen, sind z. B. Beleidigungen und sexuelle Anspielungen, aber auch Schläge, Bisse oder Tritte.

Werden pflegende Personen angegriffen, sollten sie sich bewusst machen, dass es dabei nur selten um sie persönlich geht. In den meisten Fällen neigen Pflegebedürftige zu Gewalt, weil sie nicht mit ihrer Situation umgehen können und ein Ventil suchen, um ihre Frustration über die eigene körperliche oder geistige Unzulänglichkeit auszulassen.

2019-07-19T05:31:48+01:00
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