Körperpflege Pflegebedürftiger

Bei der Pflege einer pflegebedürftigen Person nimmt die Körperpflege einen zentralen Stellenwert ein. Dazu gehören das Waschen, aber auch Hilfe bei der Mund- und Zahnhygiene sowie bei der Haut-, Haar- und Nagelpflege.

Die Körperpflege ist einer, wenn nicht sogar der wichtigste Bestandteil der sogenannten Grundpflege. Diese setzt sich aus der Körperpflege sowie der Ernährung und der Mobilität zusammen und soll eine pflegebedürftige Person in der Handhabung ihres Alltags unterstützen. Das Ziel der Grundpflege besteht darin, einem Pflegebedürftigen zu ermöglichen, trotz seiner Pflegebedürftigkeit weiterhin zuhause, bei Angehörigen oder in einer Pflege-WG zu leben.

Für das alltägliche Leben bildet die Körperpflege eine wichtige Voraussetzung. Sowohl für die betreffende Person selbst als auch für Angehörige, Freunde oder den Taxifahrer macht es einen großen Unterschied, ob jemand auf die Grundregeln der Hygiene achtet oder nicht. Weil aber viele pflegebedürftige Personen nicht in der Lage sind, sich selbst zu waschen oder zu duschen sowie kleinere Pflegeverrichtungen vorzunehmen, obliegt die Körperpflege den Leistungen der Pflegeversicherung.

Welche Hilfestellungen im Rahmen der Pflege fallen unter die Körperpflege?

Die Körperpflege eines pflegebedürftigen Versicherungsnehmers, der einen anerkannten Pflegegrad besitzt, kann durch pflegende Angehörige oder einen professionellen Pflegedienstmitarbeiter erfolgen. Unterschieden werden dabei folgende Bereiche der Körperpflege:

  • Kleine Körperpflege (Waschen)
  • Große Körperpflege
  • Hilfestellung beim Duschen oder Baden
  • Hilfestellung bei einem Fußbad
  • Mund- und Zahnhygiene (inkl. Prothesenpflege)
  • Hilfestellung bei der Rasur
  • Hautpflege
  • Haarpflege
  • Nagelpflege
  • Anlegen von Prothesen
  • Hilfestellung beim An- und Ausziehen

In welcher Form genau die Körperpflege erfolgt, sollte sich nach den Gewohnheiten und Wünschen des Pflegebedürftigen selbst richten. Eine professionelle Pflegekraft lässt sich daran erkennen, dass sie die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen berücksichtigt, sich seinen Gewohnheiten, soweit das im Zeitfenster der Pflege möglich ist, anpasst und auch den Grad der Immobilität in die Handhabung der Körperpflege mit einrechnet.

Wo findet die Körperpflege statt?

Ob die Körperpflege am Waschbecken, in der Dusche bzw. Badewanne oder im Bett stattfindet, richtet sich in erster Linie nach dem Grad der Immobilität der pflegebedürftigen Person. Besitzt sie nur einen vergleichsweise leichten Grad der Pflegebedürftigkeit, erfolgt die kleine oder große Körperwäsche in der Regel im Badezimmer. Dabei kann der Pflegebedürftige auf einem Stuhl oder im Rollstuhl sitzen; in der Dusche empfiehlt sich die Anbringung einer Sitzgelegenheit. Vor allem bei älteren Menschen, die nicht bettlägerig sind, bietet sich die Körperpflege im Badezimmer an, da sie die Mobilität unterstützt und dem Pflegebedürftigen die Möglichkeit gibt, kleinere Verrichtungen auch noch selbsttätig durchzuführen, wobei die Pflegeperson unterstützend agieren kann.

Ist der Pflegebedürftige dagegen bettlägerig, findet die Körperpflege im Bett statt. Kann er sich im Sitzen selbst waschen, stellt die Pflegeperson alle benötigten Utensilien bereit und kann unterstützend eingreifen oder den Pflegebedürftigen anleiten. Ist eine selbstständige Körperpflege nicht mehr möglich, übernimmt die Pflegeperson das Waschen und folgt dabei in der Regel der Reihenfolge Oberkörper, Beine, Füße, Intimbereich.

Waschen, Duschen oder Baden? Was ist die beste Körperpflege für Pflegebedürftige?

Pflegebedürftige, die körperlich noch verhältnismäßig fit sind, können anders an die Körperpflege herangeführt werden als immobile Menschen. Sie können z. B. täglich duschen, da Duschen eine optimale Form der Reinigung darstellt: Der ganze Körper wird gewaschen und sie hat eine aktivierende Wirkung. Eine Sitzgelegenheit in der Dusche erleichtert den Vorgang. Je weniger mobil eine Person aber ist, desto seltener wird die Dusche zum Einsatz kommen – wird es täglich achtsam durchgeführt, genügt an den meisten Tagen auch das Waschen.

Die Badewanne kommt in der Pflege eher selten zum Einsatz. Für die meisten Pflegebedürftigen bedeutet das Ein- und Aussteigen aus der Wanne einen großen Kraftakt, den zudem nicht jede Pflegeperson rückenschonend begleiten kann. Das Duschen ist dagegen wesentlich unkomplizierter und kann regelmäßig mit Hilfestellung durchgeführt werden.