Grundpflege

Die Grundpflege ist ein Teil der Leistungen der Pflegeversicherung für pflegebedürftige Menschen und umfasst neben der Körperpflege und Ernährung auch die Förderung von Eigenständigkeit und Kommunikation.

Dass ein Mensch pflegebedürftig wird, ist heutzutage keine Seltenheit. Ein Unfall, eine Krankheit oder ein hohes Lebensalter können dazu führen, dass jemand für einen Zeitraum oder aber auf Dauer im Alltag auf Hilfe angewiesen ist und von einem Angehörigen oder einer professionellen Pflegekraft versorgt werden muss. Insbesondere die Pflegebedürftigkeit im Alter bildet dabei einen großen Anteil, da die medizinische Versorgung im Laufe der vergangenen Jahrzehnte immer besser geworden ist und die Menschen im Allgemeinen ein höheres Lebensalter erreichen. Je älter Menschen werden, desto höher ist auch das Risiko, dass sie körperlich oder geistig weniger fit sind und in ihrem Alltag durch geeignete Pflegemaßnahmen unterstützt werden müssen.

Die Grundpflege bildet dabei einen wichtigen Pfeiler: Sie umfasst die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen, zu denen pflegebedürftige Personen häufig aufgrund einer Krankheit oder aufgrund von altersbedingten Beschwerden nicht mehr in der Lage sind. Beispielsweise können viele Pflegebedürftige ihre eigene Körperpflege nicht mehr sicherstellen – sie benötigen Hilfe, um sich zu waschen, anzuziehen oder zur Toilette zu gehen. Weitere Bereiche des Alltags, die unter den Begriff der Grundpflege fallen, sind die Mobilität, die Ernährung, die Prophylaxe (Vorbeugung) sowie die Förderung von Eigenständigkeit und Kommunikation der pflegebedürftigen Person.

Was versteht man unter dem Begriff Grundpflege?

Der Begriff „Grundpflege“ ist gesetzlich festgelegt und wird als pflegerische Versorgung eines Menschen definiert, der für einen kurzen Zeitraum oder langfristig nicht in der Lage ist, seine alltäglichen Grundverrichtungen selbstständig auszuführen. Die Grundlage dieser Definition sowie aller sich daran anknüpfenden Leistungen der Pflegeversicherung bildet der elfte Band des Sozialgesetzbuches (SGB XI).

Ist jemand auf die pflegerische Versorgung durch eine weitere Person angewiesen, kann die Pflege entweder durch einen Angehörigen oder Bekannten oder durch einen ambulanten Pflegedienst übernommen werden. Auf diese Weise erhält die pflegebedürftige Person die Möglichkeit, weiterhin zuhause oder in einem häuslichen Umfeld wie etwa einer Pflege-WG zu leben. Von kurzen Besuchen durch einen Pflegedienst zu bestimmten Tageszeiten bis hin zu einer 24-Stunden-Betreuung kann die Grundpflege in einer häuslichen Umgebung durchgeführt werden. Im Rahmen der Grundpflege übernimmt nun die Pflegeperson sämtliche Aufgaben und Handgriffe, die der Pflegebedürftige nicht mehr selbsttätig ausführen kann. Gleichzeitig kommt ihr aber auch die Aufgabe zu, den Pflegebedürftigen bei den Handlungen, die er selbst ausführen kann, zu unterstützen, anzuleiten und die selbstständige Versorgung zu fördern.

Eine besondere Form der Grundpflege ist die sogenannte „Grundpflege im Bett“, die dann zum Einsatz kommt, wenn die pflegebedürftige Person bettlägerig ist und Verrichtungen wie das Waschen, der Toilettengang sowie das Einnehmen von Mahlzeiten im Bett vorgenommen werden müssen.

Was unterscheidet die „kleine“ von der „großen“ Grundpflege?

Da die Grundpflege eine pflegerische Leistung darstellt, die von der Pflegeversicherung finanziell übernommen werden muss, haben die Pflegeversicherungen verschiedene Leistungskataloge erstellt, nach denen sich die pflegerischen Leistungen im Einzelnen zusammensetzen – die genaue Definition von kleiner Grundpflege, großer Grundpflege, Grundpflege am Waschbecken oder Grundpflege am Bett unterscheidet sich jedoch von Bundesland zu Bundesland.

Im Allgemeinen unterscheiden sich die kleine und die große Grundpflege durch den Aufwand, den die Pflegeperson während der Grundpflege erbringen muss. Während die Unterstützung beim An- und Ausziehen sowie die Hilfestellung beim Toilettengang beispielsweise sowohl in der kleinen als auch in der großen Grundpflege enthalten sind, wird bei der Körperpflege selbst unterschieden: Im Rahmen der kleinen Grundpflege werden nur Teilbereiche des Körpers von der Pflegeperson gewaschen, z. B. Gesicht und Oberkörper oder Genitalbereich und Gesäß. Die große Grundpflege dagegen sieht vor, dass die Pflegeperson den gesamten Körper am Waschbecken, in der Dusche oder in der Badewanne wäscht.

Unter welchen Voraussetzungen übernimmt die Pflegeversicherung die Grundpflege?

Um zu verstehen, wann und unter welchen Umständen der gesetzliche Anspruch auf Grundpflege im häuslichen Umfeld geltend gemacht werden kann, muss zwischen der häuslichen Krankenpflege (nach SGB V) und der Grundpflege für eine pflegebedürftige Person (nach SGB XI) unterschieden werden. Während die häusliche Krankenpflege eine Leistung der Krankenversicherung darstellt, fällt die Pflegebedürftigkeit in den Aufgabenbereich der Pflegeversicherung.

Wird die Grundpflege aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls von einem Arzt verordnet und per Rezept ausgestellt, fallen die pflegerischen Leistungen in den Bereich der häuslichen Krankenpflege und müssen entsprechend den Verordnungen des fünften Sozialgesetzbuchs (SGB V) von der Krankenversicherung übernommen werden. In diesem Fall gehört die Grundpflege zu einem aus drei Bereichen bestehenden Leistungspaket, das zudem die Behandlungspflege und die hauswirtschaftliche Versorgung mit einschließt.

Muss die Grundpflege auf der Basis einer vorübergehenden oder dauerhaften Pflegebedürftigkeit erbracht werden, fällt sie dagegen unter die Leistungen der Pflegeversicherung. Anspruch auf die Grundpflege können pflegebedürftige Personen mit einem anerkannten Pflegegrad geltend machen, der im Rahmen einer Begutachtung und Einstufung in das Pflegegrad-System vergeben werden muss. Der Umfang der Leistungen, die unter die Grundpflege fallen, werden von der Behandlungspflege unterschieden und umfassen regelmäßig wiederkehrende Pflegeverrichtungen, die eine pflegebedürftige Person in ihrer selbstständigen Gestaltung des Alltags unterstützen.

Welche Pflegeleistungen umfasst die Grundpflege?

Die Grundpflege umfasst insgesamt fünf Teilbereiche: Die Körperpflege, die Mobilität, die Ernährung, die Vorbeugung von Folgeerkrankungen und die Förderung von Eigenständigkeit und Kommunikation. Pflegende Angehörige und professionelle Pflegekräfte übernehmen dabei die Aufgabe, die pflegebedürftige Person bei den Alltagsverrichtungen, die sie noch selbst ausführen kann, zu beaufsichtigen, anzuleiten und gegebenenfalls zu unterstützen. Verrichtungen, die nicht mehr ohne Hilfe durchgeführt werden können, müssen durch die Pflegeperson übernommen werden.

In diesem Rahmen gehören zur Grundpflege Hilfe beim Waschen und An- bzw. Ausziehen, Hilfe bei der Magen- und Darmentleerung, Ernährung sowie Unterstützung bei der Mobilität. Zudem muss die Pflegeperson vorbeugende Maßnahmen ergreifen, um neben der Grunderkrankung weitere Beschwerden oder Folgeerkrankungen zu vermeiden. Dazu zählen u. a. die Dekubituspflege, die Thromboseprophylaxe sowie die Vorbeugung vor Lungenentzündung, Hauterkrankungen, Pilzerkrankungen oder Verstopfung.

Zuletzt umfasst die Grundpflege auch die Förderung der Eigenständigkeit einer pflegebedürftigen Person. Neben Gedächtnistraining oder dem Einüben hauswirtschaftlicher Tätigkeiten wie Einkaufen oder Essenszubereitung können in diesem Rahmen auch die Körperpflege, das An- und Ausziehen oder das Essen trainiert sowie die Herstellung und Aufrechterhaltung von sozialen Kontakten unterstützt werden.